Beschreibung
„Die Hicken und die Eisenbahn“ beschreibt die historische Entwicklung der Bahnstrecke Gießen – Köln und ihre Bedeutung für die industrielle Entwicklung des Hickengrundes. Im Mittelpunkt steht der Bau und Betrieb der Eisenbahnlinie sowie deren Einfluß auf Wirtschaft, Infrastruktur und regionale Entwicklung. Der erste Teil behandelt die Planung und den Bau der Strecke sowie die Veränderungen für den Hickengrund. Themen sind unter anderem die zuständigen Verwaltungsstrukturen, die Bahnhöfe und Betriebswerke, Gleis- und Streckenpläne sowie Eisenbahnunfälle während der Dampflokzeit. Ergänzt wird dieser Abschnitt durch historische Fotografien, Zeitzeugenberichte zur Bombardierung der Strecke im Jahr 1944 und Dokumentationen zur Gleiserneuerung zwischen Holzhausen und Allendorf. Der zweite Teil widmet sich den Gruben und Mühlen im Hickengrund und deren wirtschaftlicher Bedeutung. Der dritte Teil beleuchtet die industrielle Entwicklung regionaler Unternehmen, darunter die Westerwälder Tonindustrie (WTI), die Tongrube „Auf dem Kreuz“ in Niederdresselndorf sowie die Hering-Bau Unternehmensgruppe in Holzhausen.
Das Werk verbindet Eisenbahngeschichte mit regionaler Industrie- und Wirtschaftsgeschichte und bietet einen umfassenden Einblick in die Entwicklung des Hickengrundes über mehrere Jahrzehnte.
Der Autor
Frank Lipke hat zweidreiviertel Jahren an der 300 Seiten starken Dokumentation gearbeitet. Viel Zeit und Herzblut flossen in das Projekt – und ganz viel Recherchearbeit. Er vertiefte sich in bestehende Fachliteratur über die Geschichte der Bahn in der Region, darunter eine Kopie des Liebhaberstücks „Bau-Anlagen der Köln-Gießener Eisenbahn und der Zweigbahn von Betzdorf nach Siegen“ des Illustrators Jakob Scheiner. Darüber hinaus stellte er Nachforschungen im Dorf an, sprach mit Unternehmern und bat bei Familien ehemaliger Bahnbediensteter um alte Fotoaufnahmen. Rückmeldung und Material erhielt er sogar aus Amerika und Australien. Im Fundus des Heimatvereins Niederdresselndorf wurde er ebenfalls fündig. Auf seiner Suche nach Informationen reiste er auch in verschiedene Landesarchive: nach Düsseldorf, Münster, Duisburg, Wiesbaden und Mainz. Darüber hinaus durfte er Quellen aus dem DB Museum Koblenz und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin nutzen. So trug er nach und nach ein umfassendes Sammelsurium an Plänen, Fakten und Bildern zusammen, das er ordnete und aufbereitete.
Antriebsfeder für das Projekt war die Erkenntnis, dass viele Niederdresselndorfer Bürgerinnen und Bürger gar nicht wissen, warum die frühere Hauptstrecke Gießen-Köln ausgerechnet durch den Hickengrund verlief und wie groß der Bahnhof zu seinen besten Zeiten war – von dessen Bedeutung für die Industrie vor Ort ganz zu schweigen. Das wollte er ändern. „Dabei habe ich früher in Aufsätzen immer nur Vieren geschrieben“, amüsiert sich der gelernte Bürokaufmann. Das nötige Selbstbewusstsein holte er sich in der Zeit, als die Ortsdurchfahrt neu gebaut wurde und er täglich über den Fortschritt der Maßnahme auf Facebook berichtete. „Das hat mich zum Schreiben gebracht“, sagt der Frührentner, bei dem 2009 Parkinson diagnostiziert wurde. Von der schweren Krankheit ließ er sich bei seinem Herzensprojekt nicht aufhalten. Schreiben, Bildbearbeitung, Layout – akribisch arbeitete er im heimischen Büro an jedem Detail seines Buches.


Brienna Verlag







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